Schli, Schla, Schlafgewand - anziehen reicht nicht.

Und, wie sind die Nächte inzwischen? Er schläft doch jetzt mal durch, oder?

 

In einem Zustand, den man als halbwegs schlaferschöpft bezeichnen darf, verfasse ich diesen Beitrag und bin von solchen Fragen genervt und genervt. In doppelter Hinsicht. Einerseits genervt, weil ich meine/weiß, besser über Babyschlaf informiert zu sein als die Person, die mir mit leicht vorwurfsvollem Unterton diese Fragen stellt. Andererseits genervt, weil ich tatsächlich so gerne seit Monaten einfach ganz simpel mal wieder schlafen möchte. Einfach nur schlafen. Es muss kein frisch überzogenes, weiches Bett bei angenehmer Raumtemperatur sein, sondern einfach ein beschlafbarer Untergrund, der Erschöpfungs-Schlafsabbern abkann, der irgendeine Decke bereithält, die mich vor Auskühlen bei meinem 20-Stunden-Schläfchen schützt.

Der Rhythmus des Babyschlafs unterscheidet sich vom Schlafrhythmus eines Erwachsenen - offensichtlich. Babys schlafen in einem Zyklus von leichtem bis tiefem über traumvollen und traumlosen Schlaf hindurch. Wenn Babys träumen befinden sie sich in der sogenannten REM-Phase (restless-eye-movement), was man tatsächlich auch an der Augenbewegung unter den Augenliedern erkennen kann. In dieser Phase, die am Ende eines Schlafzyklus folgt, wachen viele Babys auf und finden nicht von alleine wieder in den Schlaf zurück. Bei klein Rabatzki ist dies in glücklichen Nächten im Moment alle zwei Stunden angesagt. So, wie ich das vernehmen kann, machen das viele Babys. Wir fallen also nicht unbedingt aus der Reihe.

 

Es soll die Kinder geben - wie sie vom Universum verteilt werden ist mir nicht bewusst - die schwuppsdiwupps mit 6 Monaten einfach durchschlafen. Dann gibt es die Babys, die durchschlafen, weil sie "trainiert" werden, dies zu tun. Man nennt das auch Resignationsschlaf. So, und dann gibt es Rabatzkibabys und Kumpel_inen, die mit zunehmenden motorischen Fähigkeiten, die Fähigkeit des schönen Schlafens verlieren. Das hat ja auch Sinn, schließlich wird im Schlaf der Tag verarbeitet.

 

Für Eltern kann Babyschlaf mitunter nervenzermürbend sein. Nervenzermürbend, weil im Zustand der Übermüdung ein Überleben in einer Leistungsgesellschaft ja nicht weniger relevant wird. Die Tagschläfchen des Babys einfach mitschlafen ist da oftmals nicht möglich, bzw. trauen wir uns manchmal nicht, uns die Zeit zu gönnen, denn es ist ja noch so viel anderes zu tun. Also, erwischt man sich manchmal beim durch den Tag trotten, pflichtbewusst Aufgaben erfüllend und heimlich vom eigenen Bett träumend, zeitweise ein bisschen angekotzt vom Leid der Menschen, die einer erzählen, dass sie in der letzten Nacht wieder erst um eins ins Bett gekommen sind, obwohl sie um sieben heute morgen raus mussten. Und neidisch: sechs Stunden Schlaf!! Nun gut, ich hab wenigstens meine Stillhormone - pah.

 

Das Problem beim Durchschlafen, sei das eigenständige wieder-einschlafen-Können. Deshalb solle man ein Baby wach in sein eigenes Bett legen und ihm "beibringen" alleine einzuschlafen, dann mache es das auch in der Nacht genau so. Aha. Ich stelle mir vor, wie ich den kleinen Rabatzki am Abend in sein Bettchen lege, ihm Gute Nacht sage, unser gemeinsames Schlafzimmer verlasse und er dann seelig und zufrieden einschläft. Und dann trete ich vom Traum in die Realität über und ich höre ihn schreien und sich vor Panik winden, denn er möchte mit der Wärme eines seiner Elternkörper einschlafen, am liebsten dabei gestillt werden. Doch nicht nur das: Seine Vorfahren, deren Instinkte er immernoch in sich trägt, waren auf gemeinsames Schlafen angewiesen, sofern sie überleben wollten. Alleine sein bedeutet also Lebensgefahr und das wiederum ist das Signal loszuschreien. Wenn das Baby noch nicht in der Lage ist zu verstehen, was nebenan und gleich-da bedeuten, dann schreit es also erst aus Verlassens-, dann aus Todesangst. Panik. Verzweiflung. Trauer. Irgendwann hört es dann auf. Aus Erschöpfung, Enttäuschung, Verlust seines Urvertrauens. Das Baby schläft "seelenruhig" (die Bedrüfnisse der Seele wurden ruhig und nicht zufrieden gestellt) den Schlaf der Resignation. Die Eltern haben ihre Ruhe.

 

Vor ein paar Wochen trafen wir zufällig die Mama und den kleinen Jungen, mit denen wir im Krankenhaus auf der Wöchnerinnenstation lagen. Wir unterhalten uns hin und her und dann auch darüber wie anstrengend die Nächte sein können - das Übliche also. Sie erzählt mir, dass die Nächte bis Weihnachten, wo der Kleine so richtig krank war, toll waren, jetzt aber wieder scheiße. Pünktlich zum Halbjährigen des kleinen Hopsers wurden die Empfehlungen des berühmt berüchtigten Buches "Jedes Kind kann Schlafen lernen" (Kast-Zahn und Morgenroth) angewandt. Also: Kind wach hinlegen, schreien lassen (denn das wird es), alle paar Minuten reinschauen und mit klarer Stimme mitteilen, dass jetzt geschlafen wird, das Kind immer wieder mit größeren Abständen des Schreien-Lassens verlassen. Niemals herausnehmen! Ach doch, es gibt eine Ausnahme: Im Buch wird darauf hingewiesen, dass manche Babys dazu neigten, bei der "Therapie" so sehr zu schreien, dass sie sich übergeben. Man solle das Kind dann ausnahmsweise auf den Arm nehmen und alles sauber machen, aber dann mit dem Training weitermachen, damit man es nicht auch noch für das Übergeben belohne. Irgendwann schläft das Baby dann ein.

 

Ich habe die Worte, die ich eben geschrieben habe, nochmal gelesen und mir ist nur vom Lesen zum Kotzen zu Mute. Gibt es echt Eltern, die ihre Kinder bis zum Übergeben schreien lassen und dann genau so weitermachen? Auf Amazon lese ich in den Rezensionen zum Buch, dass die Kinder danach die liebsten Babys geworden seien. Das waren sie nämlich vorher nicht - sie waren gemein und haben immer nur versucht ihre Eltern durch Schlafentzug zu quälen. Tyrannen, die gezähmt werden müssen.

 

Ich sehe ein und weiß es auch, dass nicht-Schlafen fürchterlich sein kann, dass man manchen morgens und nachts ein Tränchen vor Erschöpfung verdrückt. Trotzdem bin ich weiterhin der Meinung, dass es bei den Rabatzkis kein solches Schlafprogramm geben wird! Und ich gehe bei diesem Thema sogar noch einen Schritt weiter und gebe hier meine Meinung kund, welche da wäre, dass ein Kind bis zum Kotzen schreien zu lassen und bis zum Einschlafen durch Erschöpfung zu treiben - das ist Misshandlung. Ja, ich sage das ganz ungeniert, genau so, wie einige vielleicht behaupten, ich würde meinem Kind schaden, wenn ich es nicht frühstmöglich an Regeln gewöhne. Jetzt gibt es da natürlich Ansichten, wie "...aber bevor ich mein Kind aus dem Fenster werfe, lasse ich es lieber Schreien". Ja, das wäre in diesem Fall tatsächlich die gesündere Lösungen. Wenn Familien an diesem Punkt angekommen sind, dann brauchen sie Hilfe. Dann muss eine Lösung her, wie die Eltern kurzfristig an Schlaf und Ausruhen kommen. Vielleicht gibt es andere Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn oder sonstige Personen, die das Baby für eine Nacht betreuen können? Vielleicht gibt es eine sanftere Methode, um dann endgültig zu mehr Schlaf zu kommen? 

 

Mein kleiner Rabatzki ist heute 10 Monate und 10 Tage alt. Ich stille ihn noch, er schläft bei uns im Zimmer, in seinem Bettchen, das durch direktes Anbringen eine Erweiterung unseres großen Bettes darstellt. Für uns ist das die optimale Variante und alle sind damit zufrieden. So, nun möchte der kleine Rabatzki in der Nacht seit Monaten aber alle 2 Stunden etwa zum erneuten Einschlafen gestillt werden. Für mich bedeutet das, Kind aus seinem Bett in unser Bett rüberzuheben, etwa 5-10 Minuten stillen, ins Bett zurücklegen, weiterschlafen (wenn möglich, ansonsten wach liegen bis zum nächsten Zyklus). Wir haben auch schon ausprobiert, dass klein Rabatzki einfach in der Mitte unseres 1,40m breiten Bettes schläft, aber das funktioniert leider nicht. Das gesamte Eltern-Kind-Schlaf-Paket wird dann zum Wach-Paket, da sich alle gegenseitig am Schlafen hindern. Mmmhhh. Schade, denn ich würde mich gerne einfach in der Nacht zu klein Rabatzki drehen, ihn stillen lassen und dabei weiterpennen.

 

So, zurück zur Leistungsgesellschaft. Eigentlich ist nämlich sie das Problem, denn in ihr gibt es keinen Platz für Babys, die den Babyschlaf schlafen und deren Eltern, die diesen natürlichen Rhythmus, der kulturungebildeten und sich evolutionsbioligisch verhaltenden Schlafstörer akzeptieren und durch Schlaf am Tag und wann immer möglich kompensieren. Kaum realisierbar und vor allem nicht, wenn erstmal das Babyjahr abgelaufen ist. Dazu müsste man entweder stinkreich sein oder einem Naturvolk angehören.

 

Was bleibt uns dann zu tun, habe ich mich gefragt. Kann es einen gesunden Kompromiss von Industriegesellschaft und Instinktverhalten eines Babys und Kleinkindes geben? Also, die Schreien-Lassen Methode erfüllt zwar den Zweck des Durchschlafens, aber stellt sie keinen Kompromiss dar, sondern hat eine einseitige Funktion für die Nachtruhe der Eltern. Außerdem empfinde ich sie als, na ja, Misshandlung (auch wenn es dafür Kritik hagelt), und fällt daher sowieso weg. Auf dem Blog der Rabeneltern habe ich von der Methode des nächtlichen Abstillens nach Dr. Gordon erfahren. Durch das Festlegen eines Zeitraumes von 7 Stunden in dem nachts nicht gestillt wird, soll ein besseres gemeinsames Schlafen erreicht werden. Weinen und Protest gehören auch zu dieser Methode, allerdings wird das Kind niemals alleine gelassen und der Körperkontakt wird nicht untersagt, sondern nur verändert - eben nicht mehr stillen zu dieser Zeit, sondern kuscheln, streicheln oder zur Not auch tragen. Vorteil: Zu allen anderen Zeiten kann weiter gestillt werden, wenn man das möchte. Oder eben die Flasche gegeben werden. Für mich klingt das wie eine einigermaßen vernünftige Alternative.

 

Doch noch immer widerstrebt es mir, mich beim Verhalten meines Kindes an einen Plan zu halten. Ich habe also beschlossen, dass wir einen auf uns abgestimmten Rabatzkiplan brauchen. Der soll zum größten Teil aus Intuition bestehen, außerdem aus Verstand, Flexibilität und Liebe. Kitschig, wa? Aber so sind wir und so ist es für uns richtig. Der Plan muss her, da ich einerseits nicht zwei oder drei Jahre mehr stillen möchte, auch wenn ich alle, die das schaffen sehr bewundere, und andererseits, weil wir (stillbedingt vor allem ich) in absehbarer Zukunft mehr Schlaf brauchen können. Studieren, weiterbilden, arbeiten, spielen, spazieren und lachen brauchen Energie.

 

Es wäre naiv zu denken, dass es einen Universal-Sanft-Plan gäbe! Der sanfte Weg dauert natürlich länger, aber dafür ist er nachhaltiger. Der Rabatzkiplan ist bisher nicht detailreich ausgeklügelt, sondern besteht lediglich darin, immer mal wieder zur Schlafenszeit zu versuchen, ob heute mal kuscheln und singen und schmusen und wackeln zum Einschlafen reichen. Wenn nicht, dann gibt's das gewohnte Programm. Stillen oder Tragen. Noch ist das ok. Ich finde den kleinen Rabatzki auch noch etwas zu klein für so viel Selbständigkeit. Er lernt gerade so viel Neues, die Zähne drücken und es rumpelt immer mal wieder im Bauch durch die feste Nahrung. Und so vieles ist für ihn dabei noch so unverständlich und macht ihm bestimmt auch Angst. Ich halte es nicht für abwegig, dass er davon träumt. Doch ganz egal warum - er kann uns noch nicht sagen, was los ist. Ich möchte nicht irgendwann einmal zurückdenken und überlegen, ob ich ihn das eine mal da mit Bauchschmerzen brüllend habe rumliegen lassen, weil ich davon ausging, er wolle eh nur seinen Willen durchsetzen. Ich hatte ehrlich gesagt noch kein einziges mal das Gefühl, dass mich mein Baby manipulieren oder rumkommandieren wolle. Es ging immer um Bedürfnisse. Und auch, wenn es mal um das Durchsetzen des eigenen Willen geht: Super, mein Kind hat das Selbstbewusstsein seinen Willen deutlich zu machen! Wieso sollte das bei einem Baby eine schlechte Eigenschaft sein, wo wir Großen das tagtäglich machen? Wenn Durchsetzungsvermögen in Stellenanzeigen ganz oben als erwünschte Eigenschaft genannt wird?

 

Kinder scheinen manchmal entmenschlicht zu werden. Sie sollen gehorchen, wie Zirkusaffen und durchschlafen sowieso. Puppen haben diese Eigenschaften. Sie sind unkompliziert, beschweren sich nie, bleiben so sitzen, wie man sie hinsetzt - und sie schlafen immer! Kein Wunder sind sie ein solch beliebtes Spielzeug.

 

Ich bin müde. Oft. Ich habe aber auch gelernt, dass wir und unser Baby nicht irgendwelchen Erwartungen entsprechen müssen, dass viele Ansichten megamäßig veraltet und wissenschaftlich widerlegbar sind. Wenn wir die Probleme, die uns angehaftet werden, einfach ignorieren, dann sind sie irgendwie weniger ein Problem. Ohne Druck, das hat bisher am besten funktioniert. Beispielsweise wollte unser Hosenscheißer nie in seinen Kinderwagen und hat immer nach kurzer Zeit angefangen zu weinen. Also haben wir ihn getragen. Immer. Eines Tages haben wir es mal wieder ausprobiert, ob er wohl inzwischen Gefallen am Kinderwagen fahren finden kann. Und siehe da, plötzlich und ganz ohne Druck war er bereit zum Fahren! Einkaufen mit Kinderwagen ist inzwischen ok, ein paar mal ist er sogar im Wagen einfach eingeschlafen. Für uns war das etwas ganz besonderes! Persönlich finde ich es fürchterlich, die wie wild den Kinderwagen wackelnden Eltern zu sehen, deren Babys im Wagen gurgelnd schreien bis sie einschlafen. Ehrlichgesagt bricht es mir das Herz diese Babys so schreien zu hören. Ich bin mir auch sicher, dass es nicht so ist, dass es Kinder gibt, die ein solches "Einschlafritual" brauchen. Und wenn, dann sollte man sie nicht damit alleine lassen. Auch nicht im Kinderwagen vor sich her schiebend. Der Kinderwagen muss einem Baby übrigens nicht gefallen und ist auch nicht "ganz normal" - es gibt ihn erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Menschenkinder sind es also seit jeher eigentlich gewohnt getragen zu werden und nicht allen Babys gefällt ihr extra-toller-farbig-leuchtender-mega-tausend-euro-teurer oder ebenso-aber-spottbilliger Kinderwagen.

 

Das Schlafthema ist eines das polarisiert. Auch ich wanke zwischen eigenem Schlafwunsch und Kindeswohl. Ich hoffe natürlich, das meine no-pressure Taktik dazu führen wird, dass klein Rabatzki bald glücklich, protestlos und friedlich schlafen wird. Aber ich bin auch darauf vorbereitet, dass es lange Abende und Nächte geben wird in denen trösten, kuscheln und rumtragen angesagt sein werden. Ich werde da auf mein und unser Gefühl hören und wir werden gemeinsam eine Lösung finden, die für alle gesund und nicht traumatisierend ist. Wenn es dann soweit ist. Bestimmt werde ich dann hier davon berichten und stolz mit meinen neu gewonnen sieben Stunden Schlaf prahlen. Vielleicht werde ich sogar rummotzen, wenn ich mal nur sechs Stunden am Stück bekommen habe. Schlafdekadenz ist dann angesagt!

 

Bis dahin bleibt mir die Freude darauf - hahaha, jippie - und ein zufriedenes Baby, das mir nachts beim Stillen mit geschlossenen Augen manchmal vorführt, wie er jetzt schon klatschen und winken kann.

 

Ein kleiner Tipp aus unserer eigenen Tippkiste: Wenn du gefragt wirst, ob dein Baby, denn endlich durchschlafe, dann sag einfach "ja, meistens". Dann sind alle zufrieden. Du musst dir keine Ratschläge, die du schon tausendmal gehört hast, reinziehen und dein Gegenüber muss sich keine Sorgen machen, da du als "komptenter" Elternteil erscheinst. Zugegeben, es ist eine Lüge, aber ich finde sie ausnahmsweise in Ordnung und komme prima mit mir als Lügnerin klar, wenn ich mal keine Lust habe zum millionsten mal über Schlafmethoden zu diskutieren.

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Kommentare: 6
  • #1

    Steffi (Montag, 01 April 2013 22:40)

    Huhu, hier ist noch jemand mit 13 Monate alten einschlafstiller. Wir haben ebenfalls sein Bett an unserem dran stehen aber ohne trenngitter dazwischen, so drehe ich mich nur zu ihm hin wenn er wach wird und Stille halb im Schlaf, ist er fertig dreht er sich um und schläft weiter. Für mich eine Wahnsinnige Erleichterung da ich nicht wirklich wach werden muss.. Vielleicht ist das ja auch für euch machbar.

  • #2

    Barbara (Dienstag, 02 April 2013 12:53)

    Hier ist auch noch Einschlafstillen an der Tagesordnung. Eine Zeit lang schlief sie auch im Kinderwagen oder beim Tragen ein. Aber das geht zurzeit garnicht mehr, beim Tragen dauert es mehr als eine Stunde und da sie langsam schwer wird, geht das kaum noch. Also 3x am Tag Einschlafstillen. Die Nächte sind zwischendurch immer mal wieder ruhiger und ich kann etwas Kraft tanken. Die meiste Zeit laufe ich aber wie in Trance durch die Gegend, wegen des Schlafmangels.
    Und auch ich sage mittlerweile immer, dass sie meistens durch schläft. Gleiches beim Thema feste Nahrung. Sie isst davon immer nur ein bisschen, so dass ich anschliessend noch stille. Aber auch da sage ich, dass sie brav isst. Da kommen wenigstens keine dummen Tipps (wie Mund aufhalten, einfach hungern lassen etc.). Ich frage mich, ob die Methoden, die man da für Babies vorschlägt (hungern und weinen lassen) auch bei Erwachsenen so machen würde.

  • #3

    Eva Karel (Dienstag, 02 April 2013 22:59)

    Hallo!

    Genau das selbe habe ich mit meinem ersten Sohn erlebt - 13 Monate lang alle 1,5 bis 2h stillen - ich war FERTIG! Aber schreien lassen hätte ich nie mit mir vereinbaren können. Also habe ich -genau wie du erwähnt hast- begonnen, ihm die brust nachts seltener zu geben. er hat geweint, aber wir haben gesungen, gekuschelt, gestreichelt und erklärt. letztlich war es kein drama!
    dann haben wir nachts auf zwei kleine fläschchen mit reismilch umgestellt und gestillt hab ich ihn nur noch mittags und abends zum einschlafen. der kleine hat das gut angenommen und als ich mit 13 Monaten dann endgültig abgestillt habe, hat er binnen kürzester zeit begonnen, durchzuschlafen. ich war wie neugeboren!!!

    und ich wünsch dir, dass es dir auch bald so geht.
    momentan lebt sich mein 5-monate altes söhnchen Nr. 2 ähnlich aus und meine augenringe baumeln wieder an mir herunter... zum glück kann ich deine wunschszenario von wegen "zur Seite drehen, stillen & weiterschlafen" umsetzen, weil wir praktischerweise ein 2,5m großes Familienbett gebaut haben und so alle genug Platz finden. Ich schlafe dadurch trotz Unterbrechungen ziemlich gut.

    lg
    eva

  • #4

    Nina (Mittwoch, 03 April 2013 22:28)

    :-) Ach wie schön, hier ist sie...deine Meinung zum Thema schlafen! Schönes Buch dazu: Besucherritze. Sollte jedem, der auf Amazon das fürchterliche, menschenverachtende "Jedes Kind kann schlafen lernen" bestellt, gratis dazu geliefert werden!!
    Wie kann es sein, dass in unserer Gesellschaft jeder seinKind tagsüber "fördern" will, von Früh-Englisch über Pekip bis zu was weiß ich was, und nachts werden die Bedürfnisse unserer Babies einfach wegrationalisiert?! Weggesperrt, ausgeblendet, weg"trainiert"?
    Meine kleine Maus kam bis 12 Monate nachts fast alle zwei Stunden an die Brust, dank Stillhormonen fand ich das ganz ehrlich auch dicht so schlimm wie es klingt. Und ja, dann irgendwann wollte ich gern wieder mal einfach...SCHLAFEN. Sodann hat mein Liebster sie ein paar Nächte lang nachts, wenn sie weinte, einfach in den Arm genommen und gewiegt, damit hat sie sich wohl den tatsächlichen Hunger in der Nacht abgewöhnt, und wir haben...Trommelwirbel!...etliche Nächte durchgeschlafen. Ohne schreienlassen! Ohne "Programm", ohne dass mir das Herz und meinem Baby das Urvertrauen bricht.
    Und jetzt, alles gut? Nö. Es gibt solche Nächte, und solche. Aber es gibt sie eben beide! Und Hey, ich habe ein BABY, einen kleinen Menschen mit Bedürfnissen und Befindlichkeiten, keinen Algorithmus, kein technisches Produkt, kein Projekt ohne Raum für "Fehler"! Und das ist schön so. Ich wünschte, mehr Mütter würden den Anspruch an Perfektion, den sie ja eigentlich nur an sich selbst haben, nicht auf ihre Babys projizieren. Ich könnte weinen, wenn ich nur daran denke.. Also, Früulein R., bitte trag deine Botschaft weiter in die Welt hinaus!

  • #5

    Die pumpgun (Donnerstag, 04 April 2013 14:03)

    Liebes Frl. Rabatzki,

    Wieder ein sehr schöner Text von dir.
    Mein Sohn hat ja jetzt die "magische Grenze" von 6monaten überschrittenund macht keine Anstalten mal durchzuschlafen. In meinen Umfeld "ferbern" ganz viele ihre Babys und auch mir wurde jetzt schon von einigen Leuten "jedes Kind kann schlafen lernen" empfohlen. Ich möchte aber meinen kleinen Spatzen nicht alleine schreien lassen. Alleine bei Gedanken. Dass der kleine schreit,bis er kotzt wird mir übel.
    Mein Baby wächst momentan ziemlich stark und eigentlich ist es klar, dass er auch nachts Nahrung braucht. Kann sein, dass e ab 6 Monaten nicht mehr verhungert, wenn er nachts nichts isst, aber optimal für seine Entwicklung ist das sicher nicht.
    Ich wurde als Baby auch immer rumgetragen und musste mich nicht in den Schlaf schreien ... Und ich in deswegen zu keinen Tyrannen geworden ;)

    Liebe Grüße

    Die pumpgun

  • #6

    Heidi (Donnerstag, 05 September 2013 16:37)

    Ich kann aus eigener erfahrung sagen: alles ändert sich - immer :-)
    Meine kleine sonne (13 monate und männlich) kam 11 monate lang mindestens 15 mal innert 10 stunden. Davon wollte er nur zwei mal die brust - die restliche zeit wollte er einfach brüllen. Er schläft bei uns mittig im bett - kuschelt die ganze nacht, aber dennoch musste er scheinbar was los werden. Von jetzt auf gleich war es anders und jetzt kommt er nur mehr vier mal oder so nachts. Ich weiß wie hart der schlafentzug war ( war an jeder vorstellbaren persönlichen grenze), aber bin gewachsen. Schreien lassen( wie viele andere fast mit druck empfahlen) war für mich nie eine option. Alles alles liebe und gute - alles ändert sich - immer :-)

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Kommentare: 6
  • #6

    Melanie (Samstag, 07 November 2015 18:39)

    Ich möchte neues von Fräulein Rabatzki lesen! Bittö!

  • #5

    kevinundbabs (Freitag, 08 Februar 2013 13:37)

    Toller Blog. Du sprichst mir aus der Seele. Du findest genau die richtigen Worte. Ich besitze leider noch nicht das Selbstbewusstsein meine Meinung so offen kund zu tun... Aber für das Wohl meines Babies muss ich diese Lektion wohl noch lernen oder einfach nur brav nicken und gehen...aber auch das kann ich nicht.

  • #4

    Themama (Dienstag, 06 November 2012 16:09)

    Ein Lob an Fräulein Rabatzki. Mir gefällt dein Blog.

    Liebe Grüsse
    Themama

  • #3

    fraeulein-rabatzki (Mittwoch, 17 Oktober 2012)

    Ein neuer Beitrag zum Überleben bei unfreiwilliger Nachtaktivität! Daumen für heute Nacht bitte gedrückt halten.

  • #2

    Franky (Dienstag, 16 Oktober 2012 21:32)

    Überraschend neue Seite ( an Fr. Rabatzki UND im Internet ). Freue mich auf schöne, witzige und rührende Geschichten aus deinem/eurem Leben und freue mich daran teilhaben zu können. Liebe Grüße, Franky

  • #1

    benni (Dienstag, 16 Oktober 2012 21:32)

    hallo :D

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